Ein einfacher Empfänger wertet den aufmodulierten Code aus, dessen Struktur rund dreihundert Meter lang ist. Auf ein Prozent genau gemessen sind das immer noch drei Meter. RTK misst stattdessen die Trägerwelle selbst, und die ist nur etwa neunzehn Zentimeter lang. Ein Prozent davon sind zwei Millimeter.
Der Preis dafür: Die Welle sieht überall gleich aus, der Empfänger weiß also zunächst nicht, die wievielte er gerade misst. Diese Mehrdeutigkeit aufzulösen ist der eigentliche Rechenaufwand, und sein Ergebnis heißt Fix. Vorher, im Float-Zustand, liegt man im Dezimeterbereich. Ein Float-Ergebnis ist kein RTK-Ergebnis, auch wenn beide dasselbe Kürzel im Display zeigen.
Praxisregel für den Flugtag: Ohne Fix wird nicht geflogen. Bricht die Mobilfunkverbindung während des Flugs ab, sind die Bildkoordinaten ab diesem Moment im Dezimeterbereich, und man sieht es dem Datensatz später nicht an. Deshalb gehört der Fix-Status je Bild ins Protokoll und nicht nur der Zustand beim Start.
Woher die Korrekturdaten kommen
In Bayern kommt die Korrektur von SAPOS, dem Satellitenpositionierungsdienst der Landesvermessung. Der Dienst HEPS liefert die Daten flächendeckend über das Mobilfunknetz im NTRIP-Verfahren und gibt eine Genauigkeit von ein bis zwei Zentimetern in der Lage und zwei bis drei Zentimetern in der Höhe an. Das Ergebnis liegt damit direkt im amtlichen Bezugsrahmen ETRS89, ohne dass hinterher irgendetwas verschoben werden muss.
Das ist der Unterschied zu einer eigenen Basisstation. Die liefert relativ genauso gute Ergebnisse, aber nur relativ zu sich selbst. Steht die Basis auf einem beliebigen Punkt, hängt das ganze Projekt an dieser einen unbekannten Position. Für einen Soll-Ist-Vergleich zwischen zwei Terminen reicht das. Sobald Planungsdaten dazukommen, reicht es nicht mehr.
Das „plus 1 ppm“ im Datenblatt
Jede RTK-Angabe hat zwei Teile. Der feste Anteil ist die Grundgenauigkeit, der Anteil in ppm wächst mit der Entfernung zur Referenz, weil die Atmosphäre über zehn Kilometer eben doch nicht mehr identisch ist. Ein ppm bedeutet einen Millimeter je Kilometer. Bei einer Vernetzungslösung wie SAPOS wird eine virtuelle Referenzstation in unmittelbarer Nähe gerechnet, der Term bleibt deshalb klein. Bei einer eigenen Basis zwanzig Kilometer weiter kommen zwei Zentimeter dazu, und die stehen in keinem Angebot.