Das Projekt
Die Hermann Albrecht Hoch- und Tiefbau GmbH aus Huglfing gibt es seit 1868. Zum Betrieb gehören neben Hoch- und Tiefbau ein eigenes Kieswerk, ein Kompostplatz, Recyclinganlagen und ein Containerdienst; das Unternehmen ist zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb. Erdstoffe bewegen, aufbereiten und einbauen ist damit tägliches Geschäft.
In einer weitläufigen Wohnanlage am Tegernsee war Torf eingebaut worden. Gefragt war, um wie viele Quadratmeter es sich handelt, und zwar flächenscharf, nachvollziehbar und in einem Format, das sich über die vorhandenen Pläne legen lässt.
Von Hand ist das eine unangenehme Aufgabe. Die betroffenen Bereiche sind keine Rechtecke: Sie ziehen sich als schmale Streifen an den Gebäuden entlang, springen um Wege und Zufahrten herum und laufen unter Sträuchern und Baumkronen aus. Ein Aufmaß mit Bandmaß und Einzelmessungen hätte Tage gekostet und wäre am Ende trotzdem angreifbar geblieben.
Eine Woche vom Anruf bis zum Aufmaß
- Tag 0
Anfrage und Festpreis
Umfang direkt am Telefon geklärt und den Festpreis im selben Gespräch vereinbart. Keine schriftliche Angebotsschleife, kein Vorlauf.
- Innerhalb 7 Tagen
Befliegung
Termin kurzfristig eingeschoben. Die Anlage wurde im laufenden Betrieb erfasst, ohne Absperrungen und ohne Abstimmungsaufwand mit den Bewohnern.
- Folgetag
Auswertung
Modell gerechnet, Flächen abgegrenzt und gemessen, DWG und PDF am Tag nach dem Flug versendet.
Bewusst mit der Mini 5 Pro
Eine bewohnte Wohnanlage lässt sich nicht so befliegen, dass niemand darunter ist. Bewohner sind unterwegs, Autos fahren, jemand sitzt auf dem Balkon. Genau deshalb kam hier die DJI Mini 5 Pro zum Einsatz und nicht die große Matrice: Mit einer Startmasse unter 250 Gramm darf sie in der offenen Kategorie A1 betrieben werden, und dort ist der Überflug unbeteiligter Personen zulässig. Das erspart Sperrungen, Anwohnerinformation und Wartezeiten und war die Voraussetzung dafür, den Termin überhaupt so kurzfristig ansetzen zu können.
Auf rund 65.000 m² sind etwa 600 Einzelaufnahmen entstanden. Neben den senkrechten Aufnahmen wurden gezielt Schrägaufnahmen geflogen. Der schräge Blickwinkel reicht unter überhängende Baumkronen und an Gebäudekanten, sodass auch teilverdeckte Randbereiche im Modell landen statt als Lücke zu fehlen. Genau dort liegen bei einer gewachsenen Anlage die kritischen Quadratmeter.
Gemessen am 3D-Modell, nicht in der Draufsicht
Aus den Aufnahmen entsteht ein texturiertes 3D-Modell der gesamten Anlage. Darin wurde jede betroffene Fläche einzeln umfahren und direkt am Modell gemessen. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem Abgreifen im Luftbild: Auf geneigten Bereichen, an Böschungen und an Geländekanten ist die tatsächliche Oberfläche größer als ihre Projektion in den Grundriss. Wer in der Draufsicht misst, rechnet sich dort systematisch zu klein.

Rot eingezeichnet: die abgegrenzten Flächen im 3D-Modell der Anlage. Gut zu sehen, wie unregelmäßig sie verlaufen und wie oft sie an Bewuchs und Wege stoßen.
DWG über dem Bestandsplan, dazu die PDF-Auswertung
Geliefert wurde eine CAD-Datei im DWG-Format mit allen Flächenumrissen, lagerichtig über die vorhandenen Bestandspläne des Auftraggebers gelegt. Damit lässt sich das Aufmaß im gewohnten Planwerk weiterverwenden, ohne dass jemand Linien nachzeichnen muss.
Dazu kam eine PDF-Auswertung, in der sämtliche Flächen im Lageplan markiert und ausgewiesen sind. Dieses Dokument ist die Fassung, die man weiterreichen kann, ohne dass der Empfänger CAD-Software braucht.
Die Eckdaten
- Fluggerät
- DJI Mini 5 Pro, Startmasse unter 250 g
- Betriebskategorie
- Offen, A1 · Überflug unbeteiligter Personen zulässig
- Erfasste Fläche
- Rund 65.000 m²
- Bildmaterial
- Rund 600 Einzelaufnahmen
- Aufnahmeart
- Senkrecht und schräg, für Bereiche unter Baumkronen
- Auswertung
- Photogrammetrisches 3D-Modell, Flächenmessung am Modell
- Lieferung
- CAD-DWG über Bestandsplänen, PDF-Auswertung mit Lageplan
- Vorlauf
- Befliegung innerhalb von sieben Tagen, Auswertung am Folgetag
Ergebnis
Eine Woche nach dem ersten Telefonat lag ein vollständiges Flächenaufmaß vor: jede betroffene Fläche abgegrenzt, im Lageplan markiert und als CAD-Geometrie im Bestandsplan verfügbar. Die Rückmeldung des Auftraggebers hob vor allem zwei Dinge hervor: das Tempo und die Tatsache, dass sich so ein Aufmaß überhaupt spontan realisieren lässt.
Genau darin liegt der praktische Wert. Solche Fragen kommen selten mit Vorlauf, sondern dann, wenn eine Abrechnung ansteht oder eine Aussage belegt werden muss. Ein Verfahren, das innerhalb weniger Tage ein belastbares Ergebnis liefert, ist in dem Moment mehr wert als eines, das nach drei Wochen ein Zehntelprozent genauer ist.