Zwischen Öffnen und Schließen des Verschlusses fliegt die Drohne weiter. Jeder Bodenpunkt zieht dabei eine Spur über den Sensor, und die ist schlicht Geschwindigkeit mal Belichtungszeit. Bei 8 m/s und 1/500 s sind das 1,6 cm — bei 2 cm GSD fast ein ganzes Pixel.
Verschmiert der Boden um weniger als ein Pixel, bleibt die geplante Auflösung erhalten. Verschmiert er um mehr, bestimmt nicht mehr die GSD die Detailauflösung, sondern die Verschmierung. Faustregel in der Photogrammetrie: maximal ein Pixel, für saubere Kanten höchstens ein halbes.
Praktisch nützlicher ist die umgestellte Form: Die längste zulässige Belichtungszeit ist die GSD geteilt durch die Fluggeschwindigkeit. Bei 2 cm GSD und 8 m/s sind das 1/400 s — und 1/800 s, wenn man bei einem halben Pixel bleiben will.
Genau hier liegt die Lücke in vielen Planungswerkzeugen: Sie zeigen eine GSD an, die allein aus Flughöhe und Kamera folgt, und ignorieren die Geschwindigkeit. Der Wert stimmt geometrisch und ist trotzdem irreführend, weil die Bilder ihn nicht hergeben. Im Winter wird das schlimmer — wenig Licht zwingt zu längeren Zeiten, und bei 1/200 s und 6 m/s sind es schon 3 cm Verschmierung.