Die kurze Antwort

Eine Zeile Strahlensatz.

Die Ground Sample Distance ist die Strecke am Boden, die auf ein Pixel des Sensors abgebildet wird. Sie wächst linear mit der Flughöhe und schrumpft linear mit der Brennweite.

Pixelgröße [µm] × Flughöhe [m]Brennweite [mm] × 10=GSD [cm/px]
Pixelgröße = Sensorbreite geteilt durch Bildbreite in Pixeln. Wichtig ist die physikalische Brennweite, nicht das Kleinbild-Äquivalent: Die Mavic 3E steht im Datenblatt mit „24 mm“, hat physikalisch aber 12,29 mm.

Für die Mavic 3E — 3,28 µm Pixel, 12,29 mm Brennweite — sind das in 80 m Höhe 2,13 cm pro Pixel. Der Haken: Diese Zahl gilt für eine Kamera, die während der Belichtung still steht. Eine Drohne steht nie still.

GSD-Rechner

Kamera wählen, Höhe und Geschwindigkeit einstellen — und sehen, was am Boden wirklich ankommt.

4/3-Zoll · 20 MP · mechanischer Verschluss bis 1/2000 s

80 m

In der offenen Kategorie sind in der EU maximal 120 m erlaubt.

6,0 m/s

21,6 km/h über Grund.

1/1000 s

Im Bereich des mechanischen Verschlusses — verzerrungsfrei.

12 m

Dachfirst, Haldenkrone, Kranspitze. 0 m rechnet auf die Bodenebene.

80 m 113 m Bildbreite
GSD am Boden2,13cm/pxKurzformel: H/37,5
GSD am Objekt1,81cm/pxauf 12 m Höhe
Bewegungsunschärfe0,28px0,60 cm Verschmierung · scharf
Effektive Auflösung2,13cm/pxwie geplant
Erwartete Lagegenauigkeit
2,1–4,3 cm
Erwartete Höhengenauigkeit
2,1–6,4 cm
Bildabdeckung am Boden
113 × 84 m
Höchste Geschwindigkeit für ½ px
10,7 m/s

Der Fehler, den fast alle machen.

Zwischen Öffnen und Schließen des Verschlusses fliegt die Drohne weiter. Jeder Bodenpunkt zieht dabei eine Spur über den Sensor, und die ist schlicht Geschwindigkeit mal Belichtungszeit. Bei 8 m/s und 1/500 s sind das 1,6 cm — bei 2 cm GSD fast ein ganzes Pixel.

Verschmiert der Boden um weniger als ein Pixel, bleibt die geplante Auflösung erhalten. Verschmiert er um mehr, bestimmt nicht mehr die GSD die Detailauflösung, sondern die Verschmierung. Faustregel in der Photogrammetrie: maximal ein Pixel, für saubere Kanten höchstens ein halbes.

Praktisch nützlicher ist die umgestellte Form: Die längste zulässige Belichtungszeit ist die GSD geteilt durch die Fluggeschwindigkeit. Bei 2 cm GSD und 8 m/s sind das 1/400 s — und 1/800 s, wenn man bei einem halben Pixel bleiben will.

Genau hier liegt die Lücke in vielen Planungswerkzeugen: Sie zeigen eine GSD an, die allein aus Flughöhe und Kamera folgt, und ignorieren die Geschwindigkeit. Der Wert stimmt geometrisch und ist trotzdem irreführend, weil die Bilder ihn nicht hergeben. Im Winter wird das schlimmer — wenig Licht zwingt zu längeren Zeiten, und bei 1/200 s und 6 m/s sind es schon 3 cm Verschmierung.

GSD ist nicht Genauigkeit.

Die beiden Begriffe werden in Angeboten regelmäßig vermischt, und das ist der teuerste Irrtum im Thema. Die GSD sagt, wie fein abgetastet wird — die Genauigkeit, wie gut ein Punkt mit seiner wahren Lage übereinstimmt. Rasterweite gegen Treffsicherheit.

Pix4D beziffert die absolute Genauigkeit eines sauber gerechneten Projekts mit ein bis zwei GSD in der Lage und ein bis drei GSD in der Höhe. Bei 2 cm GSD also 2 bis 4 cm horizontal — wenn die Georeferenzierung stimmt. Und darüber entscheidet nicht die Kamera:

RTK / PPKJedes Bild kennt seine Position. DJI nennt 1 cm + 1 ppm horizontal, 1,5 cm + 1 ppm vertikal.
PasspunkteDas Ergebnis wird nie genauer als die Punkte selbst. 3-cm-Passpunkte ergeben keine 1-cm-Ergebnisse.

Konsequenz: Eine feinere GSD über eine niedrigere Flughöhe zu erkaufen, verbessert die Genauigkeit nur, solange die Georeferenzierung mithält. Wer ohne Passpunkte und ohne RTK auf 30 m heruntergeht, bekommt ein sehr scharfes Modell an der falschen Stelle.

Die Gegenprobe: DJIs eigene Zahlen.

Für die Phantom 4 RTK nennt DJI die Kurzformel GSD = (H/36,5) cm/Pixel. Setzt man die Kameradaten derselben Seite in die allgemeine Formel ein — 13,2 mm Sensorbreite, 5472 Pixel, 8,8 mm Brennweite — ergibt sich H ÷ 36,48. Das ist DJIs Zahl auf zwei Nachkommastellen.

KameraPixelgrößeBrennweiteGSD bei 100 mKurzformel
Phantom 4 RTK2,412 µm8,80 mm2,74 cm/pxH/36,5
Mavic 3E / 3M — Weitwinkel3,277 µm12,29 mm2,67 cm/pxH/37,5
Zenmuse P1 — 24 mm4,382 µm24,00 mm1,83 cm/pxH/54,8
Zenmuse P1 — 35 mm4,382 µm35,00 mm1,25 cm/pxH/79,9
Zenmuse P1 — 50 mm4,382 µm50,00 mm0,88 cm/pxH/114,1

Häufige Fragen.

Wie berechne ich die GSD einer Drohne?

Die GSD in Zentimetern pro Pixel ist die Pixelgröße des Sensors in Mikrometern mal der Flughöhe in Metern, geteilt durch die Brennweite in Millimetern mal zehn. Die Pixelgröße erhält man aus der Sensorbreite geteilt durch die Bildbreite in Pixeln. Wichtig ist die physikalische Brennweite, nicht das Kleinbild-Äquivalent aus dem Datenblatt.

Welche GSD brauche ich für eine bestimmte Genauigkeit?

Als Faustregel liegt die erreichbare Lagegenauigkeit bei ein bis zwei GSD, die Höhengenauigkeit bei ein bis drei GSD. Für eine zugesagte Lagegenauigkeit von 3 Zentimetern plant man daher mit höchstens 1,5 Zentimetern GSD. Voraussetzung ist eine saubere Georeferenzierung per RTK, PPK oder Passpunkten.

Warum erreiche ich die in der App angezeigte GSD nicht?

Weil die angezeigte GSD nur aus Flughöhe und Kamera berechnet wird und die Fluggeschwindigkeit ignoriert. Während der Belichtung bewegt sich die Drohne weiter und verschmiert das Bild. Bei acht Metern pro Sekunde und 1/500 Sekunde sind das 1,6 Zentimeter. Liegt dieser Wert über einer GSD, bestimmt die Verschmierung die reale Detailauflösung.

Ist die GSD auf einem Dach dieselbe wie am Boden?

Nein. In die Formel geht die Aufnahmedistanz ein, nicht die Flughöhe über dem Startpunkt. Ein Dach in zwölf Metern Höhe ist bei einem Flug in achtzig Metern nur achtundsechzig Meter von der Kamera entfernt und wird feiner aufgelöst. Umgekehrt wird die Sohle einer Grube gröber aufgelöst als das Umfeld. Wer eine Genauigkeit zusichert, muss sie am ungünstigsten Punkt einhalten.

Bringen mehr Megapixel eine bessere GSD?

Nur bedingt. Mehr Pixel auf gleicher Sensorfläche bedeuten kleinere Pixel und rechnerisch eine feinere GSD. Ob die Optik diese Pixel auflöst, ist eine andere Frage. Bei kleinen Sensoren mit 48 Megapixeln kommt hinzu, dass die Quad-Bayer-Matrix im Normalbetrieb je vier Pixel zusammenfasst. Die rechnerische GSD ist dann besser als die tatsächliche Detailauflösung.

Sollen wir Ihre Befliegung durchrechnen?

Sagen Sie uns, welche Genauigkeit im Auftrag steht — wir planen Flughöhe, Geschwindigkeit und Georeferenzierung so, dass sie eingehalten wird.

RTK-Befliegung
Prüffähige Doku
Niederbayern-weit
Persönlich für Sie da+49 8544 3670005