Sturmschaden am Dach: Drohnen-Soforteinsatz im Schadensfall

Nach einem Wintersturm zählen die ersten Tage. Lose Dachziegel, beschädigte Anschlüsse und verschobene Bleibahnen sind nicht nur Folgeschäden voraus — sie sind auch versicherungsrechtlich nur zeitnah dokumentierbar. Eine Drohneninspektion liefert innerhalb weniger Stunden Bilder mit GPS-Stempel und Zeitcode, die jeder Versicherer als Schadensnachweis akzeptiert.

Warum schnelle Dokumentation entscheidend ist

Nach einem schweren Wintersturm — zum Beispiel einem Sturmtief mit Böen über 90 km/h, wie sie in Niederbayern alle paar Jahre auftreten — beginnt für Eigentümer ein Wettlauf gegen die Zeit. Lose Dachziegel oder verschobene Bleieindeckungen geben Wasser auch bei normalem Regen frei. Aus einem reparablen Sturmschaden wird dann innerhalb weniger Tage ein Folgeschaden mit nasser Dämmung, beschädigter Holzkonstruktion und Schimmelgefahr.

Versicherungsrechtlich kommt erschwerend hinzu: Wer den Schaden zu spät meldet oder nicht eindeutig dokumentiert, riskiert Leistungskürzungen. Die Versicherung muss zwischen akutem Sturmschaden (gedeckt) und vorbestehender Vernachlässigung (nicht oder nur teilweise gedeckt) unterscheiden können. Diese Abgrenzung gelingt nur mit zeitnahen, geo- und zeitcodierten Aufnahmen.

Typische Schadensmuster nach Wintersturm

Stürme erzeugen ein charakteristisches Schadensbild, das sich von Hagel- oder Frostschäden klar unterscheidet:

Wind- und Soggeffekte

Wind erzeugt an der Dachoberfläche Druckdifferenzen — auf der Luvseite Druck, auf der Leeseite Sog. Auf einem flach geneigten Dach kann der Sog auf der windabgewandten Seite Hochziehen einzelner Ziegel oder ganzer Reihen verursachen. Typisch sind:

  • Fehlende Ziegel an der Traufe und am First (höchste Sogkräfte)
  • Aufgeklappte Ortgangziegel (windgeschützt aufgemauerte Ränder)
  • Abgehobene Firstziegel mit beschädigtem Mörtelbett
  • Verschobene Bleieindeckungen an Schornsteinen und Lüftungsrohren

Mechanische Einwirkungen durch Trümmerteile

Herumfliegende Äste, abgebrochene Antennenmaste und Dachpfannen vom Nachbarhaus verursachen Einzeldefekte: Eingedrückte Dachfenster, gebrochene Ziegel mit charakteristischem Aufschlagpunkt, beschädigte Photovoltaikmodule.

Gefolgeschäden durch Schneeverwehung

Stürme im Januar und Februar gehen oft mit Schneetreiben einher. Verwehter Schnee dringt durch kleinste Lücken — etwa an gelockerten Bleianschlüssen — in die Dachhaut ein und schmilzt dort. Das Wasser läuft dann unter der Eindeckung weiter und führt zu Wasserschäden weit entfernt von der eigentlichen Eintrittsstelle.

Was die Drohne nach dem Sturm leistet

Eine professionelle Drohneninspektion nach einem Sturm liefert vier zentrale Dokumentationsschichten:

  1. Übersichtsaufnahmen aus 30–50 Meter Höhe — zeigen das Gesamtbild der Dachfläche und identifizieren Schwerpunktbereiche.
  2. Detailaufnahmen aus 5–10 Meter Distanz — jede beschädigte Stelle wird mit hoher Auflösung (typisch 48 MP) erfasst, sodass auch feine Risse und Mörtelausbrüche sichtbar werden.
  3. Geokodierte Schadensliste — jeder Schadenpunkt erhält GPS-Koordinaten, die in einem Übersichtsplan oder Orthofoto verortet werden.
  4. Zeitstempelte EXIF-Daten — beweisen den Aufnahmezeitpunkt unwiderlegbar und schließen die Behauptung aus, der Schaden sei älter als der gemeldete Sturm.

Im Vergleich zur klassischen Begehung mit Hubsteiger oder Gerüst — die nach einem Sturm oft erst mit Tagen Verzögerung verfügbar sind — kann die Drohne bereits am nächsten Morgen starten. Mehr zur Methodik und den Kosten auf unserer Leistungsseite Drohneninspektion.

Versicherungsmeldung Schritt für Schritt

1. Sofortmaßnahme: Schadensminderungspflicht

Jeder Versicherte hat eine Schadensminderungspflicht: Akute Wassereintritte müssen — soweit zumutbar und gefahrlos möglich — sofort gestoppt werden. Das kann bedeuten, im Inneren Eimer aufzustellen, Möbel zu sichern oder einen Notdienst zu rufen, der lose Ziegel provisorisch abdeckt. Die Kosten dieser Notmaßnahmen werden von der Versicherung erstattet, sofern sie dokumentiert sind.

2. Schadensmeldung an die Versicherung

Innerhalb von typischerweise 3–7 Tagen muss der Schaden gemeldet werden. In der Meldung gehören:

  • Datum und Uhrzeit des Sturms (ggf. mit Hinweis auf den Wetterbericht des Deutschen Wetterdienstes)
  • Beschreibung der erkannten Schäden
  • Beigefügte Fotos oder ein vorläufiger Drohnenbericht
  • Angabe geplanter Reparaturmaßnahmen

3. Drohneninspektion mit ausführlichem Bericht

Innerhalb der ersten 48 Stunden organisieren Sie die professionelle Drohneninspektion. Der ausführliche PDF-Bericht enthält:

  • Vollständige Fotodokumentation aller Dachflächen (auch unbeschädigter Bereiche)
  • Detailaufnahmen aller Schadenpunkte
  • Schadensliste mit GPS-Koordinaten und Beschreibung
  • Einordnung der Schadenursache (Sturm vs. vorbestehend)
  • Handlungsempfehlung mit Dringlichkeitsstufen

4. Reparaturangebote einholen

Mit dem Drohnenbericht in der Hand können Dachdecker präzise kalkulieren, ohne selbst aufs Dach zu müssen. Das beschleunigt die Angebotseinholung von typisch 2–3 Wochen auf 3–5 Tage.

Was die Versicherung sehen will: Beweisstandards

Eine Gebäudeversicherung akzeptiert eine Drohnendokumentation als Schadensnachweis, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind:

AnforderungKonkrete Umsetzung
Eindeutige Identifikation des GebäudesGPS-Koordinaten in EXIF-Daten + Anschrift im Bericht
Zeitliche EingrenzungZeitstempel in EXIF + Vergleich mit Wetterbericht
Vollständige DokumentationAlle Dachseiten, nicht nur die beschädigten
PilotenqualifikationEU-Drohnenführerschein A2 oder höher
Nachvollziehbare AuswertungStrukturierter Bericht mit Schadensbeschreibung
Keine nachträgliche BildbearbeitungOriginal-RAW-Dateien werden vorgehalten

Wir liefern alle diese Elemente als Standard. Auf Anforderung der Versicherung können wir auch die unbearbeiteten Originaldateien zur Verfügung stellen — was bei aufwendigen Schadensregulierungen gelegentlich gefordert wird.

Sturmstärken und ihre typischen Auswirkungen

Eine grobe Einordnung der zu erwartenden Schadensbilder nach Windgeschwindigkeit:

  • Bft 8 (62–74 km/h): Lockerer Bewuchs (Moos), einzelne lose Ziegel werden bewegt. Schäden meist nur bei vorbestehender Schwachstelle.
  • Bft 9 (75–88 km/h): Verschobene oder gerissene Ziegel an exponierten Bereichen (First, Traufe, Ortgang). Erste sichtbare Sturmschäden.
  • Bft 10 (89–102 km/h): Fehlende Ziegel, gelöste Bleieindeckungen, beschädigte Firste. Schadenshäufigkeit deutlich erhöht.
  • Bft 11 (103–117 km/h): Massive Eindeckungsschäden, eingedrückte Dachfenster, eingerissene Photovoltaikfelder.
  • Bft 12 (>117 km/h, Orkan): Vollständig abgedeckte Dachflächen möglich, Strukturschäden an der Dachkonstruktion.

In Niederbayern werden Beaufort 9 und 10 in jedem Winter erreicht, Beaufort 11 mehrfach im Jahrzehnt — typischerweise bei den großen Atlantik-Tiefs Ende Januar bis Anfang März.

Fazit: Schnell und vollständig dokumentieren

Wer nach einem Sturm im Schadensfall richtig handeln will, sollte zwei Dinge gleichzeitig tun: Erstens die Versicherung formal benachrichtigen. Zweitens die professionelle Drohneninspektion innerhalb der ersten 48 Stunden organisieren. Beides zusammen sichert die Beweislage und beschleunigt die Schadensregulierung um Wochen.

Wir bieten in der Wintersturmsaison Express-Termine innerhalb von 24–48 Stunden für ganz Niederbayern an. Rufen Sie nach dem Sturm direkt an — die Inspektion lässt sich oft noch am gleichen oder nächsten Tag durchführen, der Bericht liegt am übernächsten Tag vor.

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