Das Projekt
Die Soča verläuft zwischen Trenta und Tolmin durch enge Kalkschluchten, die Flanken der Julischen Alpen steigen daneben auf über 2.000 Meter. Dieser Höhenunterschied auf kurzer Distanz macht das Tal aus der Luft ergiebig und fliegerisch anspruchsvoll.
Der Auftrag einer Filmproduktion umfasste die Zulieferung der Luftaufnahmen: Einstellungen, die das Tal als Ganzes zeigen und sich zwischen den Interview- und Bodenaufnahmen des Teams schneiden lassen. Der Auftraggeber wird auf eigenen Wunsch nicht genannt.
Zwei Rechtslagen in einem Tal
Slowenien setzt die EU-Drohnenverordnung um. Betreiberregistrierung und Kompetenznachweis aus Deutschland gelten damit auch dort, registriert wird bei der slowenischen Luftfahrtbehörde CAA. Innerhalb des Nationalparks Triglav sind Drohnenflüge dagegen untersagt und nur mit Genehmigung der Parkverwaltung zulässig, unterhalb der Parkgrenze gilt wieder das reguläre EU-Regime.
Vor dem Dreh wurde deshalb jedes Motiv der jeweiligen Zone zugeordnet. Der überwiegende Teil der Einstellungen liegt außerhalb des Parks, für die nicht ersetzbaren Motive lief die Freigabe über die Parkverwaltung. Diese Vorarbeit entscheidet darüber, ob ein Drehplan am Drehtag hält.
Flugfenster im engen Alpental
Das Tal gibt Licht und Wind vor. Die Sonne erreicht die Talsohle spät und verschwindet früh hinter der gegenüberliegenden Flanke, der Talwind zieht mit der Erwärmung an. Die ruhigen Aufnahmen entstehen daher am Morgen, entsprechend lagen die Startzeiten.
In den Schluchten schränken die Felswände die Satellitensicht ein, Positionshaltung und Rückkehrfunktion werden unzuverlässig. Diese Passagen wurden manuell auf Sicht geflogen, mit kurzen Wegen und vorab festgelegtem Ausstieg.
Material, das in den Schnitt passt
Geflogen wurde bewusst langsam: weite Fahrten über die Kammlinien, Anflüge auf einzelne Gipfel im Gegenlicht und Sequenzen über der im Tal liegenden Wolkendecke. Solche Einstellungen lassen sich unter Sprechertext legen und geben der Montage Spielraum in der Länge. Die Inversionslage hält sich nur, bis die Sonne sie auflöst, was die frühen Startzeiten vorgab.
Drei Einstellungen aus dem gelieferten Material: Kammlinie im Morgenlicht, Gipfel im Gegenlicht, Grat mit Passstraße über der geschlossenen Wolkendecke.
Übergeben wurde das ungeschnittene Originalmaterial in flachem Farbprofil, dazu Schnittproxys und eine Motivübersicht. Bildrate und Farbraum waren vorab mit der Produktion abgestimmt, sodass sich Luft- und Bodenaufnahmen ohne Konvertierung zusammenlegen lassen.
Der Rahmen
- Region
- Sočatal zwischen Trenta und Tolmin, Julische Alpen
- Rechtsrahmen
- EU-Drohnenverordnung, Registrierung über die slowenische CAA
- Besonderheit
- Nationalpark Triglav, Flüge nur mit Genehmigung der Parkverwaltung
- Fluggerät
- Cinematische Drohne mit stabilisiertem Gimbal, 2,7K bei 60 Bildern
- Drehzeitraum
- Mehrere Drehtage, Schwerpunkt auf den Morgenfenstern
- Lieferung
- Originalmaterial in flachem Farbprofil, Schnittproxys, Motivübersicht
Ergebnis
Das Luftmaterial trägt in der Kurzdokumentation die Passagen zur Landschaft. Der aufwändigste Teil des Projekts war nicht der Flug, sondern die vorherige Klärung der Genehmigungslage und ein Drehplan, der sich daran ausrichtet. Für Produktionen im Ausland ist genau das die entscheidende Anforderung an einen Drohnendienstleister.